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What if imagination mattered?

von Müller, Theo zu Fast Distribute Postauslieferung

Posted by Meike on 02.13.2010 at 9:07 am

Sie sprechen mit der Fast Distribute Postauslieferung, mein Name ist Klaus Stüber. Einen wunderschönen guten Morgen, was kann ich für sie tun?

Hallo, guten Morgen, ich wollte nur sagen…

Wer ist da?

Gabriele Müller, ich wollte nur sagen…

Frau Müller.

Ja, ich…

Warum rufen sie an?

Ich würde es zu schätzen wissen, wenn sie nicht direkt in den Hörer husten würden, Frau Müller, das ist nicht sehr höflich.

Entschuldigung, ich habe nicht…

Sagen sie mir endlich, worum es geht?

Ja, natürlich, ich bin krank.

Sie sind … krank. Das ist das zweite Mal innerhalb von sechs Monaten!

Ja, ich weiß, es tut mir leid.

Was haben sie denn? Zu viel Weiberfasching gefeiert gestern?

Nein, ich habe mir wohl eine Erkältung eingefangen.

Eine Erkältung. Sie klingen, als hätten sie die Nacht durchgesoffen.

Nein! Natürlich nicht. Ich habe mich gestern schon nicht gut gefühlt.

Und da sind sie arbeiten gekommen und haben womöglich eifrig andere Mitarbeiter angesteckt?! Sehr gut, das ist wirklich kollegial von ihnen.

Aber wir sind ja so wenige derzeit, nach den Entlassungen von letzter Woche, da dachte ich, dass ich kommen muss…

Pah. Die Lösung heißt nicht, krank zu arbeiten, sondern gar nicht erst krank werden. Aber das Denken funktioniert ja ganz offensichtlich nicht besonders gut; da ist es doch ein Glück, dass wir sie nicht dafür bezahlen. Denken sie also nicht, arbeiten sie. … Frau Müller, ich hatte sie gebeten, nicht direkt ins Telefon zu husten!

Überhaupt frage ich mich gerade, wo sie sich angesteckt haben. Der einzige Krankheitsfall derzeit ist Herr Simoni, der so gerne einen Betriebsrat gründen möchte und jetzt leider, leider mit einer Magen-Darm-Grippe flachliegt. Als würde es passen! Derzeit ist wohl nur die Toilette willig, ihn zu ertragen.

Nein, ich kann mich nicht bei Herrn Simoni angesteckt haben – der ist ja schon zwei Wochen krank und ich habe ihn seitdem nicht mehr gesehen.

Ist das so, Frau Müller?!

Ja, natürlich, ich habe ja privat keinen Kontakt zu ihm!

Tatsächlich. Nun, sie sollten ihren beruflichen Kontakt zu ihm auch … sorgfältig wählen. Manche Menschen sind nicht gut für ihre Karriere. Aber wem sage ich das – das Verdi-Neumitglied weiß das natürlich, nicht wahr??

Ich…

Frau Müller, nett mit ihnen zu plaudern, aber was wollen sie denn jetzt eigentlich, außer mir die Zeit stehlen?

Ich muss mich für heute leider krank melden.

Na wunderbar. Und wer macht ihre Arbeit? Wissen sie, in welche Probleme mich das bringt? Ich kann die Post ja nicht einfach hier liegen lassen! Ich habe Verträge einzuhalten!

Es tut mir leid, ich..

Das trägt die Post auch nicht aus. ich werde das also gleich Ihren Kollegen weitergeben, die dann heute für sie einspringen müssen. Sie werden begeistert sein.

Es tut mir leid, ich…

Natürlich muss ich zuerst die ganze Personalplanung für heute umstellen und Frau Sukila aus dem Urlaub zurück holen. Auch die wird sich freuen!

Ach, nein, bitte, geht das denn nicht so? Ich meine, Petra muss doch die Hochzeit ihrer Tochter am Freitag vorbereiten und …

Wollen sie sich für meinen Job bewerben und die Firma übernehmen?! Das machen sie bitte schriftlich.

Nein, Entschuldigung, ich wollte nicht… Ich wollte doch nur… Ich meine – die Hochzeit!

Das hätten sie sich überlegen sollen, bevor sie krank geworden sind.

Ich habe es ja nicht absichtlich gemacht, ich bin krank! Und…

Ja ja ja. Sie bringen mir bitte die Krankmeldung gleich rüber.

Krankmeldung? Aber das ist doch der erste Tag, und eine Krankmeldung braucht man erst nach drei…

Das habe ich gerade geändert. Ab sofort brauchen sie schon ab dem ersten Tag eine. Das sollte ja auch kein Problem sein: Da sie so todkrank sind, gehen sie doch sowieso zum Arzt.

Gott, das ist ja ekelhaft! Sie pfeifen wirklich aus dem letzten Loch.

Ich gehe dann gleich zum Arzt und schicke ihnen die Krankmeldung.

Nicht schicken, bringen. Mir persönlich übergeben!

Aber…

Aber…?

Nichts. Ich… gehe jetzt zum Arzt.

Genau. Und wenn sie dann da sind und ich sehen kann, bis wann sie offiziell faul sein dürfen, machen wir für ihren ersten Arbeitstag danach gleich den Termin für das Kranken-Rückkehrer-Gespräch.

Lieber Himmel. Lassen sie uns diese unerfreuliche Gespräch an dieser Stelle beenden, dann kann ich ihren armen Kollegen Bescheid sagen und Frau Sukila anrufen.

Ich… hallo? Hallo?

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